QAN = OcuNet Zentrum Hamburg

Seit 1.10.2008 ist die QAN Mitglied im OcuNet Verbund, dem größten bundesweiten Qualitätsnetzwerk in der Augenheilkunde

QAN OcuNet Zentrum Hamburg

In Zeiten schneller und umfassender Änderungen in der Gesundheitslandschaft ist es sinnvoll, gerade im „kleinen“ Fach Augenheilkunde in einem Netzwerk aufgehoben zu sein, das die eigenen Ziele unterstützt. Seit 01.10.2008 sind wir Mitglied im OcuNet-Verbund, dem größten bundesweiten Qualitätsnetzwerk in der Augenheilkunde.

„Qualität im Auge“ – Agenda der OcuNet Gruppe
Philosophie der OcuNet Gruppe ist die „Qualität im Auge“. Für die in der Gruppe organisierten augenchirurgischen Zentren und unabhängigen Praxen ergibt sich aus diesem Anspruch ein bunter Strauß an Projekten und Aktivitäten. Qualität bezieht sich gleichermaßen auf die interne Arbeitsorganisation, auf Weiterbildung und Forschung, aber im Interesse guter und ganzheitlicher Patientenversorgung auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen und die Realisierung von Versorgungsprojekten mit Krankenkassen.

Ein Auszug aus dem Tätigkeitsspektrum:

Strukturqualität in der augenmedizinischen Versorgung
Richtige Strukturen und Abläufe helfen, Versorgung für alle Patienten dauerhaft zu verbessern und Fehler zu vermeiden. OcuNet hat dazu ein Qualitätshandbuch speziell für die Belange der Augenheilkunde entwickelt. Das Handbuch ist Basis für eine DIN EN ISO 9001 Zertifizierung.

Wissenschaftliche Arbeit
Die OcuNet Gruppe realisiert Forschungsprojekte zu Ergebnisqualität, patientenbezogener Effektivität von Therapie-Optionen und Gestaltung der Angebotsstrukturen entweder nur mit den Einrichtungen der OcuNet Gruppe oder auch in Kooperation mit Universitätsaugenkliniken. OcuNet veröffentlicht und präsentiert in wissenschaftlichen Zeitschriften und Foren innerhalb der Augenheilkunde und über sie hinaus diese Arbeiten. In der OcuNet Gruppe werden derzeit 2 Studien – eine zu Nutzenbewertung der Vitrektomie bei Floatern und eine zu Ergebnis-qualität bei Implantation torischer Linsen – realisiert. In Vorbereitung ist eine Studie in Kooperation mit Universitätsaugenkliniken zur Effektivität webbasierter Stimulationstherapie bei Amblyopie.

Weiterbildungsoffensive – OcuNet Camp
In der OcuNet Gruppe werden Nachwuchsärzte auf dem Weg zum Facharzt für Augenheilkunde gezielt gefördert und qualifiziert. Das geschieht nicht nur täglich in den ambu-lanten Weiterbildungseinrichtungen; zusätzlich wurde mit dem OcuNet Camp jetzt ein strukturiertes, externes Weiterbildungsangebot geschaffen. Aus ganz Deutschland kommen die Assistenten, die in mehrtägigen Schulungen in Querschnittsfächern und theoretischen Grundlagen des Fachs qualifiziert werden.

Versorgungsprojekt zu Telemedizin
Gemeinsam mit der BARMER GEK realisiert OcuNet für Kinder mit funktioneller Sehschwäche ein ergänzendes webba-siertes Therapieangebot: Im Projekt „App auf Rezept“ können Ärzte den kleinen Patienten, die unter Primärtherapie keine ausreichende Verbesserung der Sehstärke erleben, eine webba-sierte Stimulationstherapie verordnen und sie im Rahmen der Therapie begleiten.

Sehbehinderte im Fokus der Augenarztpraxis
Zur umfassenden Betreuung von Patienten mit Sehbehinderung gehört natürlich primär die medizinische Versorgung. Im Interesse einer ganzheitlichen Patientenversorgung ist OcuNet im engen Austausch mit angehörigen Gesundheitsberufen,die mit sehbehinderten und blinden Menschen arbeiten. So ist OcuNet beim AMD-Netz engagiert und unterstützt die inhaltliche Arbeit des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Seit 2011 führt die OcuNet Gruppe gemeinsam mit dem AMD-Netz und dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) Fortbildungen für medizinische Fach-angestellte zu nicht-medizinischen Angeboten für seh-behinderte Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen durch. Die Teilnehmer/-innen werden qualifiziert, damit sie gezielt sehbehinderte und blinde Patienten auf die vielfältigen Hilfsangebote hinweisen können.

Verantwortung für Menschen mit Augenleiden in Ent-wicklungsländern
In Kooperation mit der Christoffel-Blindenmission (CBM) unterstützt die OcuNet Gruppe eine Augenklinik in Chiro (Äthiopien) mit Spenden und regelmäßigen Einsätzen zur Schulung der dortigen Fachkräfte und zum Ausbau der Versorgung. Die Unterstützung war nachhaltig, mittlerweile steht die Klinik auf eigenen Füßen.

OcuNet Gruppe in Zahlen (2012)

Die in der OcuNet Gruppe zusammengeschlossenen Zentren und unabhängigen Praxen stellen einen relevanten Anteil der augenmedizinischen und augenchirurgischen Versorgung in Deutschland sicher. Rund 15 % aller augenheilkundlichen und 15 % der (ambulanten und stationären) chirurgischen Patienten werden in einer der Einrichtungen versorgt. Von den insgesamt 3,6 Millionen Patientenkontakten aller Einrichtungen entfielen rund 1,4 Millionen Kontakte auf die Zentren. Hier wurden zudem in 2012 insgesamt 253.075 intra-, extra- und refraktiv chirurgische Operationen erbracht.

Unter dem Dach der OcuNet Gruppe arbeiteten Ende 2012 insgesamt 957 Fachärzte für Augenheilkunde; davon 319 Fachärzte für Augenheilkunde in den 19 Zentren und 638 in den unabhängigen OcuNet Praxen. Rund 16,4 % aller, die ambulante Versorgung verantwortenden Augenmediziner, gehören damit zur OcuNet Gruppe. Die Gesamtzahl der Ärzte, die in den der OcuNet Gruppe ange-schlossenen Zentren arbeiten, geht über die der Fachärzte für Augenheilkunde deutlich hinaus: Hier sind 111 Fachärzte anderer Fachgruppen tätig. In den Zentren kooperieren Augenärzte interdisziplinär mit Anästhesisten, Allgemeinmedizinern, Internisten, Neu-rologen, Psychiatern, Orthopäden, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen und Neurochirurgen. Zum anderen bilden die Zentren den eigenen ophthalmologischen Nachwuchs weiter. Die Relevanz der Zentren als Weiterbildungsstätten steigt ständig; nach 100 jungen Medizinern in 2011 ist ihre Zahl bis 2012 auf 115 angestiegen. Unter Berücksichtigung der Zahl jährlicher Absolventen von Facharztprüfungen (2010: 182) und einer fünfjährigen Weiterbildungszeit werden mehr als 10 % aller Nachwuchsärzte in einem der Zentren zum Facharzt für Augenheilkunde weitergebildet.

Politische Agenda der OcuNet Gruppe

Die Zentren der OcuNet Gruppe sind Prototypen einer neuen Organisationsform der ambulanten Versorgung, der „ambulanten Versorgungsunternehmen“. Das neue an den Zentren: Viele Ärzte, darunter viele angestellte, arbeiten unter einheitlicher Leitung zusammen. Managementfunktionen, wirtschaftliche Verantwortung und disziplinarische Kompetenz sind bei der Leitung bzw. dem Träger gebündelt. Die Zentren arbeiten häufig an verschiedenen Leistungsstandorten, sind interdisziplinär aufgestellt und kooperieren eng mit anderen Gesundheitsberufen.

Ambulante Versorgungsunternehmen bieten Lösungen für Herausforderungen, die die etablierten Strukturen vor Probleme stellen. Besonders wichtig dabei: über Filial-gründungen tragen sie dazu bei, dass die Versorgung in der Fläche gewährleistet bleibt. Sie bieten jungen Ärzten mit der Anstellung
das richtige Umfeld und sie tragen dazu bei, dass Aufgaben jenseits der unmittelbaren Patientenversorgung – also z. B. Weiterbildung von Ärzten zu Fachärzten oder Forschungsprojekte – von ambulanten Einrichtungen übernommen werden. Weitere Vorteile: Zentren leben innovative Kooperationskonzepte an der Schnittstelle zum stationären Sektor und tragen damit zur intersektoralen Versorgung bei.

Als vergleichsweise neue Struktur im Gesundheitswesen müssen die Zentren erst noch mehr Sichtbarkeit bei Gesundheitspolitik und Krankenkassen gewinnen. Daher hat OcuNet zusammen mit entsprechenden Einrichtungen aus anderen Fachbereichen in 2013 im Bundesverband Managed Care (BMC) eine Projektgruppe „Ambulante Versorgungsunternehmen“ gegründet.

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